Rückläufer-Bearbeitung: So optimieren Pflegeeinrichtungen den Abrechnungsprozess
- Rückläufer entstehen meist durch fehlerhafte Daten oder fehlende Genehmigungen und erfordern schnelle Korrektur.
- Eine strukturierte und fristgerechte Bearbeitung sichert die Liquidität und reduziert den Arbeitsaufwand erheblich.
- Klare Abläufe, geschultes Personal und aktuelle Daten verhindern Fehler und halten offene Posten gering.
Stand: 26. März 2025
Lesezeit: 5-10 min
Inhaltsverzeichnis
Rückläufer-Rallye : Tempo machen und offene Posten klein halten
Die Rückläufer- und Absetzungsbearbeitung zwischen den Pflegeeinrichtungen und Kranken- oder Pflegekassen ist ein entscheidender Prozess, um eine reibungslose Abrechnung sicherzustellen und finanzielle Engpässe zu vermeiden. Eine korrekte Abrechnung ist essenziell, um sicherzustellen, dass alle Ansprüche aus der Pflegeversicherung ohne Verzögerung erstattet werden.
Jeder kennt sie, die unbeliebten Absetzungsschreiben der Kassen- und Pflegversicherungen oder Abrechnungsstellen. Leider landen diese zumeist auf einen Stapel der zu einem großen Berg voller Arbeit anwächst. Die Aufarbeitung scheint dann oft unmöglich. Die Korrektur der Leistungsabrechnung sollte innerhalb weniger Tage erfolgen, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden.
Was verstehen wir unter Rückläuferbearbeitung?
Die Bearbeitung von Rückläufern spielt eine wesentliche Rolle im Abrechnungsprozess, insbesondere im Gesundheitswesen. Rückläufer beziehen sich auf Forderungen oder Rechnungen, die von Kostenträgern, in der Regel Krankenkassen, nicht akzeptiert und daher an den Leistungserbringer zurückgeschickt werden. Solche Rückläufer können aus unterschiedlichen Gründen entstehen, beispielsweise aufgrund fehlerhafter oder unvollständiger Informationen, nicht anerkannten Leistungen oder Schwierigkeiten bei der Einhaltung spezifischer Vorschriften.
Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch die Gebühr, die für die Bearbeitung dieser Rückläufer anfällt. Diese kann je nach Komplexität des Falls und dem Aufwand für die Korrektur variieren. Im Rahmen von Factoring, einer Finanzierungsform, bei der Forderungen an einen Dritten verkauft werden, können Pflegedienste ihre Liquidität verbessern. Factoringkunden profitieren von schnellen Zahlungen, da der Factor die Forderungen umgehend begleicht, während der Pflegedienst sich auf die Betreuung seiner Klienten konzentrieren kann.
Effiziente Rückläuferbearbeitung in der Leistungsabrechnung
Eine strukturierte und konsequente Bearbeitung ist deshalb unerlässlich, um die Liquidität der Einrichtung zu gewährleisten. Die Abrechnung in der Pflege unterliegt den Vorgaben des Sozialgesetzbuchs (SGB V / SGB XI) und muss exakt eingehalten werden. Das gesetzliche Gesundheitswesen stellt hohe Anforderungen an die Abrechnung von Pflegeleistungen. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Aspekte der Rückläuferbearbeitung und stellen effektive Strategien vor, um diesen Prozess zu optimieren.
Welche Art der Absetzung oder Rückläufer gibt es?
Was führt zu den Korrekturen und Korrekturverfahren?
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Falsches Abrechnungscode/ Tarifkennzeichen (AC/TK) und Vertragsdaten: So verhindern Sie Fehler bei der Abrechnung mit Krankenversicherung und Pflegversicherung.
Jede Pflegeeinrichtung muss einen Vertrag mit den Krankenkassen abschließen oder beigetreten sein, um mit den Leistungsträgern abrechnen zu dürfen. Jeder Vertrag ist durch ein bestimmtes ATCK gekennzeichnet. Dieses ATCK beschreibt genau, um welche Art des Vertrages es sich handelt (SGB V oder SGB XI) den Geltungsbereich des Vertrages und eine fortlaufende Vertragsnummer. Auf diese Weise ist jeder Vertrag einheitlich bei den Krankenkassen hinterlegt, und die Leistungserbringer können erkennen, welche Pflegeeinrichtung welchen Vertrag mit den Kassen abgeschlossen hat. Demzufolge muss die Abrechnung unter den jeweils gültigen AT/CK erfolgen. Dies wird digital mittels DTA übermittelt. Jede Vertragsänderung führt in der Regel auch zu einer Änderung des AT/CK´s, weshalb bei jeder Preisanpassung oder Änderungen an den GPOS Nummern (Die Gebührenpositionsnummer (GPOS) gibt Aufschluss über die erbrachte Leistung und setzt sich im SGB V aus 6 Ziffern und im SGBXI aus 8 Ziffern zusammen.) von Leistungen auch immer das Tarifkennzeichen zu überprüfen ist. Die Einstellung wird in der Pflegesoftware durchgeführt. -
Fehlerhafte Leistungspreise in der Pflege: Wie Sie teure Korrekturverfahren durch falsche Preisangaben vermeiden.
Falsch hinterlegte Leistungspreise. Viele Einrichtungen passen die Preise eigenständig an. Es kommt nun immer wieder vor, dass in einer Gebührenverordnung zwei verschiedene Preise enthalten sind. Z.B. tritt der erste Preis sofort in Kraft, ein anderer nach 6 Monaten. Wir empfehlen daher dringend, Preisänderungen von mindestens vier Augen kontrollieren zu lassen um fehlerhafte Angaben in der Leistungsabrechnung zu vermeiden. Richten Sie einen standardisierten Prüfprozess ein, bei dem alle Preisänderungen vor der Implementierung durch mehrere Instanzen (z. B. durch eine zentrale Qualitätskontrolle) validiert werden. -
Abrechnung zum Jahreswechsel: So verhindern Sie Probleme durch Software-Updates und neue Abrechnungsmodalitäten die gesetzlich verpflichtend sind.
Zum Jahreswechsel werden oft neue Abrechnungsskripte der Softwarehersteller eingespielt, die sämtliche gesetzliche Neuerungen und Abrechnungsmodalitäten beinhalten. Leider führt dies häufig zu Problemen, die sich aber erst mit der ersten Abrechnung im Neuen Jahr zeigen. In diesem Zusammenhang empfehlen wir ausdrücklich, bei einzelnen Klienten und Leistungsbezieher Einzelabrechnungen durchzuführen und die Abrechnung auf Plausibilität zu prüfen (Stimmen die Wegepauschalen, Preise, GPOS etc.). -
Unwissenheit bei der Pflegeabrechnung: Fachwissen ist unerlässlich für fehlerfreie Korrekturen und effiziente Abrechnung.
Da die Abrechnung für das Überleben von Pflegeeinrichtungen und Sozialstationen von essentieller Bedeutung ist, sollten entsprechende Anpassungen von qualifizierten Personen durchgeführt werden, die über das erforderliche Fachwissen verfügen und entsprechend geschult sind. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, diese Dienstleistung extern an spezialisierte Unternehmen zu vergeben, um zusätzlichen Aufwand zu vermeiden. Setzen Sie auf Expertenwissen und vermeiden Sie unnötige Korrekturverfahren. -
Verordnung und Genehmigung: Wie präzise Überprüfung der Genehmigungen Rückläufer verhindert.
Eine genaue Überprüfung der Vorordnungen und Genehmigungen ist unerlässlich, um Rückläufer zu vermeiden. Gerade in der Zusammenarbeit mit der Krankenversicherung erfordert präzise Vorgehensweisen um die Fristen und Angaben der Verordnung einzuhalten. Implementieren Sie klare Prozesse zur Überprüfung der Verordnung und Genehmigung. Ist in der Pflegesoftware auch wirklich die Genehmigung so hinterlegt wie sie von der Krankenversicherung genehmigt wurde? Achten Sie auf die in Ihrer Gebührenvereinbarung festgelegten Fristen zum Verordnungs- und Genehmigungswesen. -
Aktualität der Abrechnungsdaten: Warum fehlerhafte Daten in den Abrechnungsstellen kostspielige Korrekturen nach sich ziehen.
Leider stellen wir fest, dass auch die bei dem GKV-Spitzenverband der Krankenkassen hinterlegten Datensätze für die Abrechnungsstellen alles andere als aktuell sind. Dies führt allzu oft zu Korrekturrechnungen, da beispielsweise eine Krankenkasse bereits einen ganz anderen Abrechnungsdienstleister beauftragt hat oder ihr Postzentrum mittlerweile in ein anderes Bundesland verlegt hat etc. Hier kann nur regelmäßiges Nachfragen bei den Leistungsträgern Abhilfe schaffen. Dies gilt besonders bei Neuangelegten Leistungsträgern. Bei Unklarheiten haben wir die beste Erfahrung damit gemacht, bei einzelnen Klienten einfach eine Testrechnung zu senden und abzuwarten, was passiert. Selten ist es von Erfolg gekrönt, bei den Krankenkassen Auskunft über die Regelungen zu erhalten, da die meisten Mitarbeiter selbst nicht darüber Bescheid wissen. - Nicht registriert für das „Echtverfahren“: Die Bedeutung der richtigen Registrierung und was bei der Abrechnung zu beachten ist Mittlerweile ist es bei einigen Krankenkassen erforderlich, dass sich die Pflegeeinrichtung mit ihrer Institutionskennzeichen (IK) vor der ersten Abrechnung registriert. Ist diese Registrierung nicht erfolgt, wird die Rechnung direkt zurückgewiesen. Der Registrierungsprozess kann teilweise bis zu 2 Wochen dauern. Dementsprechend ist in der Pflegesoftware dann auch teilweise den einzelnen Kassen entweder das „Echtverfahren“ oder das „Probe-Datenträgeraustauschverfahren“ zuzuweisen.
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Strategien zur effizienten Rückläuferbearbeitung
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Sammelbearbeitung der Rückläufer: Effiziente Bearbeitung nach Kassenordnung.
Rückläufer sollten gesammelt und nach den jeweiligen Kranken- und Pflegeversicherungen geordnet bearbeitet werden, um eine effiziente Abwicklung zu gewährleisten. Oft können bei Unklarheiten mit einem Leistungsträger mehrere Klienten in einem Durchgang aufgearbeitet werden. Dies ermöglicht eine fokussierte Bearbeitung und verhindert Verwechslungen oder Doppelaufwände. -
Korrekturen schnell bearbeiten.
Rückläufer sollten stets innerhalb weniger Tage bearbeitet werden. Diese Aufgabe sollte einer Person übertragen werden, die über das nötige Fachwissen verfügt und entsprechend geschult ist. Zusätzlich empfiehlt es sich, die offene Posten Liste regelmäßig zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie nicht weiter als zwei Monate zurückreicht. Korrekturen müssen systematisch erfolgen, damit das Korrekturverfahren in der Abrechnung keine weiteren Rückläufer verursacht. -
Kleinstbeträge vermeiden: Warum sich die Bearbeitung von kleinen Beträgen oft nicht lohnt.
Verschwenden Sie keine Zeit mit Kleinstbeträgen unter z.B. 10 Euro oder Rundungsdifferenzen. Die Aufarbeitung solcher Beträge ist zeitaufwändig und steht in keinem angemessenen Verhältnis zu den Personalkosten. Setzen Sie ein internes Limit, um unnötige Zeit und Ressourcen bei Kleinstbeträgen zu sparen. -
Nutzung von Online-Zugängen zu Abrechnungsportalen.
Um Rückläufer schnell und effizient zu bearbeiten, sind Online-Zugänge zu den Abrechnungsportalen der Kranken- und Pflegekassen unumgänglich. Dies ermöglicht einen direkten und schnellen Zugriff auf relevante Informationen und beschleunigt den Abrechnungsprozess erheblich. Besteht man aber weiterhin auf die postalische Zustellung der Absetzungsschreiben, dauert es oft ein bis zwei Wochen nach Ablauf der Zahlungsfrist des Leistungsträgers, bis die Absetzungsschreiben bei der Pflegeeinrichtung eingehen. Eine weitere Woche vergeht meist, bis mit der Bearbeitung begonnen wird. Bis die berichtigte Rechnung (Neueinreichung) bei der Kasse eintrifft sind meist zwei Monate nach Leistungserbringung vergangen und der Pflegedienst hat noch keinen einzigen Euro gesehen.
Fazit: Optimierung der Rückläuferbearbeitung für eine stabile Liquidität
Die effiziente Rückläuferbearbeitung ist ein wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg von Pflegeeinrichtungen. Eine sorgfältige, strukturierte Vorgehensweise und die konsequente Einhaltung der Vorgaben können helfen, Korrekturen schnell und fehlerfrei durchzuführen. Dabei spielen regelmäßige Überprüfungen, gut geschulte Mitarbeiter und moderne Technologien eine Schlüsselrolle, um unnötige Verzögerungen und Fehler zu vermeiden. Indem Rückläufer zeitnah bearbeitet werden und Kleinstbeträge vermieden werden, kann die finanzielle Stabilität der Pflegeeinrichtungen gesichert und eine reibungslose Abrechnung garantiert werden.
Eine fehlerhafte Abrechnung kann nicht nur finanzielle Einbußen für den Pflegedienst zur Folge haben, sondern auch die Versorgung der Pflegebedürftigen beeinträchtigen. Daher ist eine transparente Kommunikation mit den Kostenträgern sowie eine regelmäßige Schulung des Personals im Bereich der Abrechnungsprozesse unerlässlich.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine effiziente Rückläufer- und Absetzungsbearbeitung nicht nur zur Sicherstellung der finanziellen Stabilität eines Pflegedienstes beiträgt, sondern auch eine qualitativ hochwertige Versorgung der Klienten gewährleistet. Es ist von großer Bedeutung, dass Pflegedienste in diesem Bereich kontinuierlich optimiert werden, um den Herausforderungen des sich ständig verändernden Gesundheitsmarktes gerecht zu werden.
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