
Die unsichtbare Gefahr: Oft bleiben 25–50 % eines Monatsumsatzes als offene Forderungen unbearbeitet liegen, was die Liquidität und Stabilität von Pflegediensten massiv gefährdet.
Scham als Blockade: Das Hauptproblem ist selten fehlendes Fachwissen, sondern eine „Schamspirale“. Aus Angst vor vermeintlichem Kontrollverlust werden Rückstände nicht rechtzeitig eskaliert.
Struktur schlägt „Nebenbei“: Ein effektives Forderungsmanagement muss kontinuierlich und prozessgesteuert ablaufen, um unabhängig vom täglichen Stress im Pflegealltag zuverlässig zu funktionieren.
Messbarer Erfolg: Durch Konsequenz und klare Priorisierung (z. B. nach Altersstruktur) lassen sich wirtschaftliche Verbesserungen von über 10 % und eine spürbare Entlastung der Leitung erreichen.
Fristen im Blick: Neben der dreijährigen Verjährungsfrist sinkt die Chance auf Realisierung drastisch, wenn vertragliche Einreichungs- und Prüfungsfristen der Kostenträger versäumt werden.
Warum haben viele Pflegedienste massive offene Forderungen?
Nicht wegen fehlendem Fachwissen, sondern wegen Scham, Angst vor Konsequenzen und fehlender struktureller Entlastung. In der Praxis bleiben dadurch häufig 25–50 % eines Monatsumsatzes als offene oder ungeklärte Forderungen unbearbeitet liegen.
Gerade in Pflegeeinrichtungen führen solche offenen Posten häufig zu schleichenden Zahlungsausfällen, die erst spät erkannt werden und dann umso schwerer aufholbar sind.
Was ist professionelles Forderungsmanagement in der Pflege?
Die strukturierte, kontinuierliche Steuerung aller offenen Forderungen gegenüber Kostenträgern, Klienten und Selbstzahlern – mit dem Ziel, Liquidität zu sichern, Erlösausfälle zu vermeiden und Führung handlungsfähig zu halten, ohne die Versorgung zu belasten. Viele Unternehmen in der Pflegebranche unterschätzen dabei, wie stark sich verzögerte Zahlungen auf Liquidität, Investitionsfähigkeit und interne Stabilität auswirken.
Pflegedienste leisten zuverlässig – aber viele trauen sich nicht einzugestehen, dass sie ihre offenen Forderungen nicht mehr im Griff haben.
Und genau diese mentale Blockade lässt kleine Rückstände zu einem existenziellen Risiko anwachsen.
Offene Forderungen entstehen selten durch einen großen Fehler.Sie entstehen durch viele kleine:
Im lauten Pflegealltag (Personalengpässe, Touren, Prüfungen, Dokumentation) wirkt Forderungsmanagement wie „Verwaltung“. In Wahrheit ist es ein Liquiditäts- und Führungsthema.
Typisch ist nicht Chaos – sondern Unklarheit:
Niemand kann die exakte Höhe, Altersstruktur und Ursache der Außenstände sicher benennen.
In der Pflege scheitert Forderungsmanagement selten am fachlichen Know-how. Häufiger scheitert es an einem Mechanismus, der in belasteten Organisationen typisch ist: Scham, verbunden mit Angst vor Bewertung und Konsequenzen.
Viele Verantwortliche tragen innerlich den Anspruch:
„Das müsste bei uns laufen – wir sind schließlich professionell.“
Wenn es dann nicht läuft, wird das Problem schnell persönlich interpretiert. Dabei ist es in den meisten Fällen kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Kapazitäts- und Prozessproblem.
Das ist kein Charakterthema. Es ist eine vorhersehbare Reaktion, wenn Verantwortlichkeit, Zeit und Prozessstabilität nicht zusammenpassen.
Durch die richtigen Abrechnungsmethoden können Sie nicht nur finanzielle Stabilität gewährleisten, sondern auch wertvolle Ressourcen freisetzen, die Sie dann in die Verbesserung Ihrer Pflegeleistungen investieren können.
Aus einem anfänglichen Rückstand wird ein Bestand, der operative und wirtschaftliche Stabilität gefährdet.
Je länger offene Forderungen nicht transparent gemacht und kontinuierlich bearbeitet werden, desto stärker steigen:
Ab einem gewissen Umfang ist klar:
👉 Dieses Thema lässt sich nicht mehr „bei Gelegenheit“ lösen. Es braucht eine strukturierte, priorisierte und vor allem kontinuierliche Vorgehensweise, die unabhängig vom Tagesstress funktioniert.
In vielen Einrichtungen zeigt sich:
Je länger das Thema verdrängt wird, desto größer werden:
Ab einem Punkt ist klar:
👉 Das lässt sich nicht mehr „nebenbei“ lösen.
| Kriterium | Intern nebenbei | Strukturiertes Forderungsmanagement |
|---|---|---|
| Ausfallsicherheit | hochriskant (Urlaub/Krankheit) | stabil durch Redundanz |
| Transparenz | personenabhängig | kennzahlenbasiert |
| Bearbeitung | reaktiv | priorisiert & kontinuierlich |
| Prozessstabilität | schwankt | unabhängig vom Tagesstress |
| Liquidität | unplanbar | deutlich stabiler |
| Mentale Belastung | hoch | spürbare Entlastung |
Entscheidend ist nicht, wer es macht – sondern ob das System die Last tragen kann.
Kurzantwort (Answer-First):
In der Regel verjähren Forderungen nach 3 Jahren, beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.
Beispiel:
Forderung aus Juni 2023 → Verjährungsbeginn 31.12.2023 → Verjährung 31.12.2026.
Wichtig:
Im Pflege- und Gesundheitsbereich gelten zusätzlich vertragliche Einreichungs- und Prüfungsfristen gegenüber Kostenträgern, die unabhängig von der zivilrechtlichen Verjährung relevant sind. Liegt eine Forderung zu lange, sinkt die Realisierungschance drastisch – auch ohne formale Verjährung.
© Consolutions - Audit Forderungsmanagement für Pflegedienste
Offene Forderungen sind in der Pflege selten ein Fachproblem.
Sie sind ein Struktur- und Schamproblem.
Wer sich traut, hinzusehen, das Thema aus der persönlichen Bewertung löst und einen kontinuierlichen Prozess etabliert, gewinnt:
Spätestens dann, wenn niemand die Summe offener Forderungen sicher nennen kann oder wenn Klärfälle älter als 3–6 Monate sind. Dann fehlt ein belastbarer Prozess.
Mahnwesen erinnert Zahlende. Forderungsmanagement steuert Forderungen strategisch: Ursachen erkennen, priorisieren, Prozess stabilisieren und Erlöse sichern.
Weil Scham und Angst vor Konsequenzen dazu führen, dass Rückstände nicht offen kommuniziert werden – besonders, wenn die Person keine Kapazität sieht, das Problem allein zu lösen.
Nicht zwingend. Wichtig ist, dass Forderungen im vorhandenen System sauber gesteuert werden können – ohne zweite Datenwelt und ohne Export-Chaos.
Indem Forderungsmanagement als fester, kontinuierlicher Prozess organisiert wird – mit klarer Zuständigkeit, Priorisierung nach Wirkung und transparenter Übersicht über alle offenen Forderungen.
Einordnung:
Sobald Forderungen „nebenbei“ laufen, entstehen Rückstände. Steuerbar wird der Bereich erst, wenn regelmäßig geprüft wird:
Wie hoch ist der Gesamtbestand?
Welche Forderungen sind älter als 3 / 6 / 12 Monate?
Wo entstehen immer wieder Rückläufer?
Am schnellsten wirkt ein Forderungsmanagement, das Altbestände priorisiert und gleichzeitig verhindert, dass neue Rückstände entstehen.
Warum:
Reines „Aufräumen“ alter Forderungen bringt wenig, wenn die laufende Abrechnung weiter neue Fehler produziert. Erfolgreich ist ein zweigleisiger Ansatz:
kurzfristig Liquidität zurückholen (hoch & alt), parallel den Prozess stabilisieren.
Externes Forderungsmanagement funktioniert dann gut, wenn Zugänge, Zuständigkeiten und Entscheidungswege klar definiert sind und im bestehenden System gearbeitet werden kann.
Typische Voraussetzungen:
Extern bedeutet dabei nicht Kontrollverlust, sondern Entlastung und Prozesssicherheit.
In der Regel verjähren Forderungen nach 3 Jahren, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Im Pflege- und Gesundheitsbereich gelten jedoch oft zusätzlich vertragliche Fristen (z. B. gegenüber Kostenträgern). In bestimmten Bundesländern bzw. bei bestimmten Verträgen liegt diese oft nur bei einem Jahr.
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